Grundsätzlich dürfen wir gerne unseren angestrebten Umgangston beibehalten, auch wenn wir politische Differenzen haben. Das geht in erster Linie an dich Stratege. Wir müssen hier nicht auf einen Nenner kommen, aber wir können zumindest versuchen uns sachlich mit den Ausführungen des anderen auseinanderzusetzen. Danke.
Nun zum Inhalt, es wurde bereits vieles richtiges gesagt. Zum Thema Zuwanderung und Flüchtlingsströme sind einerseits deutlich gefärbte Zahlen im Umlauf, andererseits und trotz dessen, trägt die überwältigende Mehrheit nichts zur Kriminalstatistik bei. Im Nachgang daran sollte die Frage gestellt werden, woher das kommt und das ist nicht einzig und allein auf Herkunft und Religion zurückzuführen, sondern oftmals auf blanke Ökonomie. Die Menschen haben kein Geld, kein stabiles, soziales Netz und oft kein Recht auf Arbeit. Faktoren die vor allem auf der Anti-Seite gerne ausgeblendet werden.
Zum Thema Ausgabenproblem: Ja, wir haben ein Ausgabenproblem. Das Problem besteht darin, dass die Ausgaben nicht getätigt werden und wir seit Jahren einem neoliberalen Austeritätsdogma hinterlaufen, das außerhalb einer neoklassischen Ideologie nicht begründbar ist.
Wir haben Ausgaben an der falschen Stelle und nein, das ist nicht der Sozialstaat. Das ist u.a. die Rüstung. Wir haben ein tolles Sondervermögen und eine großartige Grundgesetzesänderung, die die Militärausgaben quasi ins Unermessliche ansteigen lassen kann. Rein konsumtive Ausgaben, die nicht mal 50ct von jedem investierten Euro zurück in die Wirtschaft bringen. Bei Infrastruktur wird der Gürtel angelegt, bei Gesundheit und Bildung wird gekürzt... DAS ist das Ausgabenproblem und DAS ist unser Kernproblem, das uns als Arbeiter und als Staat nach und nach die Luft abschnüren wird.
Der Staat ist keine Aldi-Kassiererin, ebenso wenig wie eine schwäbische Hausfrau. Der Staat muss Geld ausgeben, bevor er es einnehmen kann. Wenn er nichts ausgibt, kann er nichts einnehmen und wenn der private Sektor sparen muss, wie aktuell und der Staat das genauso machen will, nun, dann landen wir in einer Situation wie der aktuellen. Nicht so gut.
Die Anpassung des Spitzensteuersatzes hätte in der Form auch ausbleiben können, da es kaum hilft, das hätte rigoroser ausfallen müssen und vor allem noch ein paar Stufen darüber hinausragen müssen. Wo Geld zu holen ist und wo die Umverteilung stattfinden muss ist beim Vermögen, weniger beim Einkommen, siehe Gini-Koeffizienten. Zu dem Thema hatte ich bereits was geschrieben, argumentativ kam leider nichts zurück.
PS: In Hannover lebt es sich erschreckend gut, aber google besser nicht unseren OB hier, der am Sonntag hoffentlich final in seinem Amt bestätigt wird.
